Extra Trouble – Jack Smith in Frankfurt


Mit „magic energy“ bewegte Jack Smith (1932–1989) die New Yorker Avantgarde-Szene seit den 60er Jahren als Schauspieler, Performer, Fotograf, Sammler und Arrangeur von Trash, als Regisseur, vor allem als Transformator seiner selbst. Dafür war ihm der Film das Medium par excellence. Er projizierte seine Filme in ausgedehnten Sessions an öffentlichen, nicht- oder halb-öffentlichen Orten, wobei er alle Elemente seiner Auftritte ständig veränderte, permutierte und transformierte. Jack Smith ‚vertonte’ seine Filme in der laufenden Veranstaltung, indem er Platten aus seiner eklektisch-exotischen Sammlung dazu auflegte, er schnitt seine Film auf offener Bühne um, montierte sie mit Gaffa-Band zu immer neuen Figurationen: DJ- und VJ-Praktiken avant la lettre. Jack Smith nannte das „live film“.


Im Seriellen, Unvollendeten und Ephemeren solcher Kunst, im Trivialen und im ambivalenten Hang zu Camp und Massenkultur sowie im Insistierenden, Unabgeschlossenen einer endlosen Dauer der Aufführungen setzten sich das Spiel und die Situation gegen Argument und Narration durch, und auf diese Weise gelang auch eine utopische Refiguration von Gender, Sexualität und Körper. Queer war bereits in den 70er Jahren für Jack Smith ein Topos ästhetischer und politischer Existenz. Sein Einfluss auf Künstler diesseits und jenseits des Atlantik ist immens.


Extra Trouble – Jack Smith in Frankfurt setzt die Berliner Veranstaltung Live Film! Jack Smith. Five Flaming Days in a Rented World aus dem Jahr 2009 fort. Für die Weiterentwicklung dieses faszinierenden Projektes konnte die Initiative Kultur und Homosexualität e.V. zusammen mit der Kinothek Asta Nielsen e.V. prominente Partner in Frankfurt am Main und überregional gewinnen. Gemeinsam präsen­- tieren sie von November 2012–Januar 2013 die Opulenz des Werkes von Jack Smith in Frankfurt.

22.11. –25.11.2012

Foto: Aus Shards and Remians

von Jerry Tartaglia and Sean Kirk

the only person I would ever try to copy

Andy Warhol